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Holzterrasse Gefälle: ja oder nein, und wie viel Prozent?

Braucht eine Holzterrasse Gefälle? Ja: 1–2 % vom Haus weg, also 1–2 cm pro Meter. Wann es ohne geht, was bei WPC gilt und wie Sie es im Unterbau umsetzen.

Veröffentlicht am · 5 Min. Lesezeit · Von Free Deck Board Calculator · So recherchieren wir

Ja, eine Holzterrasse sollte Gefälle haben: 1 bis 2 % vom Haus weg, also 1 bis 2 cm Höhenunterschied pro Meter. So empfehlen es der Gesamtverband Deutscher Holzhandel und Praxiswissen Holz. Ohne Gefälle bleibt Wasser stehen, das Holz trocknet langsamer und neigt stärker zu Rissen, Schüsselung und Algen. Nur bei sehr dauerhaften Hölzern (Dauerhaftigkeitsklasse 1–2) verkürzt fehlendes Gefälle die Lebensdauer laut Praxiswissen Holz nicht.

Bei WPC sind die Vorgaben oft strenger: megawood empfiehlt mindestens 2 % in Dielenlängsrichtung und schreibt es bei geschlossener Fuge vor. Unten finden Sie die Regeln im Wortlaut, eine Tabelle mit Höhenunterschieden und eine Anleitung, wie Sie das Gefälle in der Unterkonstruktion umsetzen.

Was die Fachregeln zum Holzterrassen-Gefälle sagen

GD Holz: „Das Gefälle – immer vom Gebäude weg – sollte 1–2 % betragen, je Meter Brett also 1–2 cm Höhendifferenz. So kann Wasser schnell abfließen und Staunässe vermieden werden.“ (GD Holz, Terrassen- und Balkonbeläge)

Praxiswissen Holz (hagebau): Die wasserführende Schicht bei Balkonen und Terrassen soll ein Gefälle von 1–2 % haben. Ohne Gefälle bilden sich Pfützen, das Holz trocknet langsamer, und es treten verstärkt Risse und Schüsselungen auf. Ein Gefälle vom Haus weg sei einfacher auszuführen und falle weniger auf. Bei Holzarten der Dauerhaftigkeitsklasse 1–2 werde die Lebensdauer einer Terrasse ohne Gefälle nicht verringert (Praxiswissen Holz).

megawood (WPC): Die Dielen sollen in Längsrichtung mit ausreichendem Gefälle verlegt werden. Bei offener Fuge werden mindestens 2 % empfohlen, bei geschlossener Fuge sind mindestens 2 % zwingend. Das Erdplanum soll 4 % Gefälle haben, das Kies- oder Schotterbett 2 % (megawood Bauplan 2025).

Die Werte oben sind Fachempfehlungen des Holzhandels und der Hersteller, kein Gesetz. Selbst bei Dachterrassen schreibt die Abdichtungsnorm DIN 18195 laut Praxiswissen Holz kein festes Gefälle vor, verlangt aber, dass Wasser wirksam abgeführt wird. Bei WPC ist die Herstellervorgabe außerdem Voraussetzung für die Gewährleistung.

Holzterrasse Gefälle ja oder nein? Die Entscheidung

SituationGefälle
Nadelholz (Kiefer KDI, Douglasie, Lärche)ja, 1–2 %
Hartholz der Dauerhaftigkeitsklasse 1–2 (z. B. Bangkirai)empfohlen; ohne Gefälle laut Praxiswissen Holz keine kürzere Lebensdauer, Pfützen bleiben aber möglich
WPC mit offener Fugemindestens 2 % empfohlen (megawood)
WPC mit geschlossener Fugemindestens 2 % zwingend (megawood)
geriffelte DielenRiffeln am besten in Gefällerichtung, damit Wasser abläuft

Der Unterboden unter der Terrasse braucht in jedem Fall Gefälle oder eine durchlässige Tragschicht. Der GD Holz empfiehlt im Garten 20 cm Schotter und 5 cm Splitt und mindestens 60 mm Luft unter dem Belag.

Wie viel Gefälle in Zentimetern?

Rechnen Sie: Höhenunterschied = Länge der Gefällestrecke × Prozent ÷ 100.

Gefällestrecke1 %1,5 %2 %
2 m2 cm3 cm4 cm
3 m3 cm4,5 cm6 cm
4 m4 cm6 cm8 cm
5 m5 cm7,5 cm10 cm

Gemessen wird in Fließrichtung, also meist vom Haus in den Garten. Eine 3 m tiefe Terrasse liegt an der Hauswand bei 2 % also 6 cm höher als an der Gartenkante. Das sieht man kaum, merkt es beim Gehen nicht und Wasser läuft trotzdem ab.

Denken Sie an die Höhe an der Hauswand. Der Belag muss ausreichend unter der Türschwelle bzw. der Abdichtung bleiben, und der GD Holz empfiehlt mindestens 20 mm Abstand der ersten Diele zur Hauswand. Wird es an der Tür knapp, reduzieren Sie das Gefälle eher in Richtung 1 %, statt die Terrasse am Haus höher zu setzen.

Gefälle und Verlegerichtung

Hier geraten zwei Ziele aneinander:

  • Rutschsicherheit und Optik: Praxiswissen Holz empfiehlt, die Dielen möglichst rechtwinklig zur Hauptlaufrichtung zu verlegen. Viele wollen sie außerdem parallel zur Fensterfront.
  • Wasserablauf: Bei profilierten (geriffelten) Dielen ist ein Verlauf von der Hauswand weg besser, laut GD Holz „mit dem Gefälle und der Entwässerung zum Garten hin“. megawood verlangt bei WPC das Gefälle in Dielenlängsrichtung.

Was das für den Materialbedarf bedeutet, zeigt eine 4 × 3 m große WPC-Terrasse im WPC-Terrassendielen-Rechner (145 mm, 8 mm Fuge, Längen 4,20/4,80/6,00 m, 40 cm Achsabstand, 10 % Zuschlag):

Dielen verlaufenReihenKaufenLaufmeterGesamtverschnitt
parallel zum Haus (4 m)2022 × 4,20 m92,4 lfm13,4 %
vom Haus weg (3 m), Gefälle in Dielenrichtung2730 × 4,20 m126 lfm35,7 %

Die Verlegung vom Haus weg kostet hier gut ein Drittel mehr Dielen, weil von jeder 4,20-m-Diele 1,20 m übrig bleiben. Das sollten Sie beim Planen der Maße wissen: Mit 4,20 m Tiefe statt 3 m würde die Diele genau passen. Bei Holzdielen mit 1–2 % quer zur Dielenrichtung, also über die Lagerhölzer, ist die Richtung freier wählbar, weil das Wasser zusätzlich durch die Fugen abläuft.

So bauen Sie das Gefälle in die Unterkonstruktion

Das Gefälle entsteht im Unterbau, nicht im Belag.

Dielen parallel zum Haus (Lagerhölzer laufen vom Haus weg): Jedes Lagerholz bekommt selbst das Gefälle. Am Haus liegt es höher, an der Gartenkante tiefer. Bei einer 4 × 3 m großen Terrasse mit 50 cm Achsabstand sind das 9 Lagerhölzer à 3 m, die alle die gleiche Neigung brauchen, bei 2 % also 6 cm Höhenunterschied über die 3 m. Am einfachsten geht das mit höhenverstellbaren Stelzlagern oder mit Platten, deren Höhe Sie über die Tragschicht ausgleichen. Spannen Sie zuerst zwei Schnüre an den äußeren Lagerhölzern und richten Sie die übrigen daran aus.

Mit Unterzügen: Bei der freistehenden Variante aus dem Unterkonstruktion-Rechner liegen die zwei Unterzüge 30 cm und 2,70 m von der Hauskante entfernt, also 2,40 m auseinander. Bei 2 % muss der vordere Unterzug 4,8 cm tiefer liegen als der hintere. Das stellen Sie über die Pfostenhöhe ein, die Balken liegen dann von selbst schräg.

Dielen vom Haus weg (Lagerhölzer parallel zum Haus): Jetzt liegt jedes Lagerholz waagerecht, aber jedes in einer anderen Höhe. Rechnen Sie für jedes Holz die Höhe aus seinem Abstand zum Haus aus: bei 2 % und 50 cm Achsabstand 1 cm tiefer pro Holz.

Unabhängig von der Richtung gilt:

  • Gefälle in eine Richtung ist einfacher und unauffälliger als in zwei Richtungen.
  • Konstruktiven Holzschutz einhalten: kein Erdkontakt der Hölzer, Zwischenräume nicht mit Splitt verfüllen, Belüftung sicherstellen (Praxiswissen Holz).
  • Achsabstand prüfen: Das Gefälle ändert den zulässigen Achsabstand nicht. Er richtet sich nach Diele und Hersteller (siehe Ratgeber Balkenabstand).

Häufig gestellte Fragen

Wie viel Gefälle braucht eine Holzterrasse?

1 bis 2 % vom Haus weg, also 1 bis 2 cm pro Meter. Bei 3 m Tiefe sind das 3 bis 6 cm Höhenunterschied zwischen Hauswand und Gartenkante. So empfehlen es GD Holz und Praxiswissen Holz.

Kann ich eine Holzterrasse ohne Gefälle bauen?

Bei Hölzern der Dauerhaftigkeitsklasse 1–2 verkürzt fehlendes Gefälle laut Praxiswissen Holz die Lebensdauer nicht. Bei Nadelholz wie KDI-Kiefer, Douglasie oder Lärche sollten Sie nicht darauf verzichten: Wasser bleibt stehen, und Risse, Schüsselung und Algen nehmen zu.

Wie viel Gefälle braucht eine WPC-Terrasse?

Das gibt der Hersteller vor. megawood empfiehlt bei offener Fuge mindestens 2 % in Dielenlängsrichtung und schreibt sie bei geschlossener Fuge zwingend vor. Lesen Sie den Bauplan Ihres Produkts, denn davon hängt die Gewährleistung ab.

In welche Richtung muss das Gefälle einer Terrasse gehen?

Immer vom Gebäude weg, damit kein Wasser zur Hauswand läuft. Bei geriffelten Dielen und bei WPC läuft das Gefälle am besten in Dielenrichtung, also mit Dielen, die vom Haus weg verlegt sind.

Wie viele Dielen und Lagerhölzer Ihre Terrasse in beiden Richtungen braucht, zeigt der Terrassendielen-Rechner.

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