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Dielen & Verlegung

Terrassendielen-Maße erklärt: Nennmaß und Ist-Maß

Was 27 × 145 mm & Co. wirklich messen, warum Nenn- und Ist-Maß abweichen und wie Breite und Stärke Achsabstand und Dielenanzahl beeinflussen.

Aktualisiert am · 7 Min. Lesezeit · Von Free Deck Board Calculator · So recherchieren wir

Terrassendielen werden in Deutschland mit Stärke × Breite in Millimetern verkauft: KDI-Kiefer meist mit 27 oder 28 × 145 mm, Douglasie mit 28 × 145 mm, Bangkirai mit 25 × 145 mm und WPC zum Beispiel mit 21 × 145 mm. Das angegebene Maß ist aber ein Nennmaß. Die Diele, die bei Ihnen ankommt, kann je nach Holzfeuchte schmaler oder breiter sein. Der Unterschied ist wichtig, denn die Breite bestimmt, wie viele Reihen Sie brauchen, und die Stärke bestimmt, wie weit die Diele zwischen den Unterkonstruktionshölzern spannen kann.

Warum Holzdielen nicht exakt ihr Nennmaß haben

Holz quillt und schwindet mit der Feuchte. Laut der Fachbroschüre Praxiswissen Holz (hagebau) ist bei allen Hölzern mit Quellen und Schwinden in Stärke und Breite von 5 bis 10 % zu rechnen, die Längenänderung kann bei Vollholzdielen dagegen unberücksichtigt bleiben. Dieselbe Broschüre nennt ein anschauliches Beispiel: Im Sommer können 145 mm breite Dielen auf etwa 137 mm schwinden, sodass aus einer 5-mm-Fuge eine 13-mm-Fuge wird. Im Winter quellen sie wieder auf.

Wichtig ist deshalb, auf welches Maß sich eine Angabe bezieht. Die Fugenempfehlungen der Fachbroschüre beziehen sich auf die angegebene Brettbreite, also das Nennmaß, das auf Lieferschein oder Kaufbeleg steht. Weicht die tatsächliche Breite bei der Montage ab, passen Sie die Fuge an (siehe unten).

Zum Vergleich: In den USA ist der Unterschied noch größer. Dort heißt eine Terrassendiele etwa „5/4 × 6“, misst aber nur rund 25 × 140 mm, weil sich der Name auf das sägeraue Maß vor dem Trocknen und Hobeln bezieht. Arbeiten Sie mit einem amerikanischen Produkt, rechnen Sie mit dessen tatsächlicher Breite in Millimetern.

Holzdielen: übliche Maße in Deutschland

DieleTypisches NennmaßÜbliche LängenBeispielquelle
KDI-Kiefer (kesseldruckimprägniert)27 × 145 mm, auch 28 × 145 mm3, 4, 5 mJoda, casando
Douglasie (unbehandelt)28 × 145 mm3, 4, 5 mHolzLand
Bangkirai (Hartholz)25 × 145 mm2,44 bis 4,88 mHolzLand
Stark arbeitende Harthölzer, z. B. Massarandubamöglichst 120 mm breite Profileje nach LieferantPraxiswissen Holz

Hartholz wird oft in Längen nach Fußmaß gehandelt, also in Schritten von etwa 30 cm. Das ist kein Nachteil: Die feine Stufung hilft, Verschnitt zu vermeiden.

Messen statt vertrauen

Messen Sie einige Dielen aus Ihrer tatsächlichen Lieferung nach, bevor Sie die Verlegung festlegen. Praxiswissen Holz empfiehlt mindestens fünf Messungen an unterschiedlichen Dielen und rechnet so: Nennmaß 145 mm plus 5 mm Fuge ergibt einen Verlegeabstand von 150 mm. Misst die Diele tatsächlich 139 mm, muss die Fuge 11 mm betragen, damit das Raster stimmt. Wie sich das auf die Fugen auswirkt, lesen Sie im Ratgeber zum Fugenabstand.

Maße von WPC-Dielen

WPC-Dielen sind formstabiler als Holz, ihre Maße sind aber nicht genormt und unterscheiden sich von Hersteller zu Hersteller. Ein Beispiel aus dem Bauplan von megawood:

SerieMaßLängenSeitliche Fuge
PREMIUM (Standard)21 × 145 mm4,2, 4,8, 6 m8 mm
PREMIUM (Jumbo)21 × 242 mm4,2, 4,8, 6 m8 mm
DYNUM (Maxi)25 × 293 mm4,2, 4,8, 6 m5 mm

Der Bauplan gibt für die Breite eine Toleranz von ±0,5 mm an. Prüfen Sie immer das aktuelle Datenblatt für genau das Produkt und die Farbe, die Sie kaufen, denn Produktserien ändern sich.

Warum kleine Unterschiede zählen

Ein Unterschied von wenigen Millimetern in der Breite klingt unbedeutend, summiert sich aber über eine ganze Terrasse. Auch bei der Stärke ist Vorsicht geboten: Mischen Sie keine Produktserien auf derselben Fläche, denn schon kleine Stärkeunterschiede ergeben eine Stolperkante. Die Fachbroschüre rät bei WPC ausdrücklich, im System zu bleiben und kein Zubehör anderer Anbieter zu verwenden. Dieselbe Logik gilt für jede Reparatur oder Erweiterung: Derselbe Markenname genügt nicht – das tatsächliche Profil muss übereinstimmen.

Wie die Dielenbreite die Reihenzahl verändert

Die Reihen werden aus Dielenbreite plus Fuge gezählt, dem sogenannten Verlegeabstand. Die Formel lautet:

  • Reihen = (Terrassenbreite quer zu den Dielen + Fuge) ÷ (Dielenbreite + Fuge), aufgerundet.

Beispiel: eine Terrasse mit 4 m quer zu den Dielen.

DieleBreiteFugeReihen
KDI, Nennmaß145 mm6 mm27 (26,5)
WPC wie megawood PREMIUM145 mm8 mm27 (26,2)
KDI, tatsächlich nur 139 mm breit139 mm6 mm28 (27,6)
Schmales Hartholzprofil120 mm5 mm33 (32,04 – knapp über 32)
WPC Jumbo242 mm8 mm17 (16,03 – knapp über 16)

Ist die Bahn auf dieser Terrasse 5 m lang, braucht die tatsächlich 139 mm breite Diele eine 5-m-Diele mehr als die 145 mm breite. Schmale 120-mm-Profile brauchen rund ein Fünftel mehr Reihen als 145-mm-Dielen – also mehr Dielen, mehr Schrauben und mehr Arbeit, auch wenn manchen die Optik gefällt. Die beiden Werte knapp über einer ganzen Zahl zeigen außerdem: Eine minimal kleinere Fuge oder Terrasse spart dort eine ganze Reihe.

Dasselbe Prinzip in laufenden Metern pro Quadratmeter Terrasse:

  • 145-mm-Diele, 6 mm Fuge: etwa 6,62 lfm/m²
  • 145-mm-Diele, 8 mm Fuge: etwa 6,54 lfm/m²
  • 139-mm-Diele, 6 mm Fuge: etwa 6,90 lfm/m²
  • 120-mm-Diele, 5 mm Fuge: etwa 8,0 lfm/m²
  • 242-mm-Diele, 8 mm Fuge: etwa 4,0 lfm/m²

Das sind Werte ohne Verschnitt. Der WPC Terrassendielen Rechner arbeitet mit WPC-Voreinstellungen, und im Terrassendielen Rechner können Sie jede beliebige Breite und Fuge eingeben.

Wie die Stärke den Achsabstand beeinflusst

Stärkere Dielen spannen weiter. Für ebenerdige Holzterrassen nennen die Fachempfehlungen:

DieleMaximaler Achsabstand der UnterkonstruktionQuelle
Holz, 25 mm stark50 cmPraxiswissen Holz
Holz, 21 mm stark40 bis 45 cmPraxiswissen Holz
Bangkirai, 140 mm breit, mind. 25 mm stark50 cmEurotec
Bangkirai, 140 mm breit, mind. 27 mm stark60 cmEurotec

Praxiswissen Holz rät generell, keine größeren Abstände als 50 cm zu wählen, damit sich die Dielen möglichst wenig verziehen – besonders drehwüchsige Hölzer können sonst zur Stolperfalle werden. Für WPC gelten die Herstellerangaben, denn WPC ist weniger biegefest als Holz. Der megawood-Bauplan nennt für seine 21 mm starken Dielen höchstens 50 cm, für die 25 mm starke DYNUM-Diele bis 65 cm. Wo eine bauaufsichtliche Zulassung nötig ist, etwa bei aufgeständerten Terrassen, gelten engere Werte: 40 cm für PREMIUM 21 × 242 mm.

Ab etwa 60 cm Höhe gilt eine Terrasse als aufgeständert und muss als tragende Konstruktion geplant werden; WPC und modifizierte Hölzer brauchen dann eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) oder eine europäische technische Bewertung (ETA). Der Ratgeber zum Achsabstand geht auf die Unterkonstruktion ein.

Treppen brauchen engere Unterstützung

Trittstufen spannen oft frei zwischen zwei Wangen und werden stärker belastet als die Fläche. Dünnere Profile und Hohlkammerdielen brauchen daher meist engere Auflager als auf der Terrasse. Viele WPC-Hersteller geben dafür eigene Werte oder eigene Stufenprofile an. Prüfen Sie die Anleitung Ihrer Diele, bevor Sie die Wangen planen. Mit dem Treppenrechner planen Sie Stufen und Wangen.

Die richtige Größe wählen

  • KDI-Kiefer 27 × 145 mm ist die günstige Standarddiele. Breit verfügbar, bei 50 cm Achsabstand geeignet und in 3, 4 und 5 m erhältlich.
  • Douglasie 28 × 145 mm ist etwas stärker, unbehandelt und optisch wärmer. Für ebenerdigen Einbau mit Erdkontakt ist sie laut Praxiswissen Holz nicht dauerhaft genug – planen Sie Abstand zum Boden ein.
  • Bangkirai 25 × 145 mm ist hart und dauerhaft, muss aber vorgebohrt werden. Die feine Längenstufung hilft beim Planen.
  • WPC gibt es überwiegend um 21 mm Stärke, in Standard- und Breitformaten. Wählen Sie nach Produktserie und verwenden Sie dann genau deren Breite, Fuge und Achsabstand. Die Vor- und Nachteile der Materialien behandelt der Materialvergleich für Terrassendielen.

Häufig gestellte Fragen

Wie breit ist eine 145-mm-Terrassendiele tatsächlich?

Das hängt von der Holzfeuchte ab. Das Nennmaß von 145 mm steht auf dem Lieferschein; im trockenen Sommer kann eine Holzdiele laut Praxiswissen Holz auf etwa 137 mm schwinden, nasse Ware kann breiter ausfallen. Messen Sie mehrere Dielen und passen Sie die Fuge an, damit das Raster stimmt.

Haben WPC-Dielen dieselben Maße wie Holzdielen?

Ähnlich, aber nicht gleich. Viele WPC-Dielen sind 145 mm breit wie Holzdielen, aber dünner, etwa 21 mm. Daneben gibt es Breitformate wie 242 oder 293 mm. Verwenden Sie beim Zählen der Reihen die genaue Breite und Fuge aus dem Datenblatt des Produkts.

Was bedeutet 27 × 145 mm?

Die erste Zahl ist die Stärke, die zweite die Breite der Diele, beides in Millimetern als Nennmaß. Die Stärke entscheidet über den zulässigen Achsabstand der Unterkonstruktion, die Breite über die Anzahl der Reihen.

Kann ich auf einer Terrasse verschiedene Dielenstärken mischen?

Auf derselben Lauffläche besser nicht. Schon kleine Stärkeunterschiede erzeugen eine Kante, über die man stolpern kann; an Stößen sollte der Höhenunterschied laut Fachregeln höchstens 3 mm betragen. Müssen Sie zwei Produkte verwenden, setzen Sie sie in getrennten Bereichen oder auf getrennten Ebenen ein und prüfen Sie jeden Übergang mit einer Richtlatte.