Wie eine Terrasse gegründet wird, hängt vor allem von ihrer Höhe ab. Ebenerdige Holz- und WPC-Terrassen liegen in Deutschland meist auf Gehwegplatten oder Stelzlagern über einem verdichteten Schotterbett. Aufgeständerte Terrassen stehen auf Pfosten und Punktfundamenten, die frostfrei gegründet werden – als Richtwert gelten mindestens 80 cm Tiefe. Wie groß jedes Fundament sein muss, hängt davon ab, wie viel Terrassenfläche jeder Pfosten trägt (seine Einzugsfläche), von der Last und vom Boden.
Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie die Einzugsfläche ermitteln, die Tiefe festlegen und den Beton schätzen. Er ist eine Planungshilfe, keine statische Berechnung. Ab etwa 60 cm Höhe gilt eine Terrasse als aufgeständert und muss als tragende Konstruktion geplant werden – dann bemessen Tragwerksplaner oder Zimmerei die Fundamente, und Ihr Bauamt sagt Ihnen, ob eine Genehmigung nötig ist.
Warum Fundamente wichtiger sind, als sie aussehen
Fundamente sind der Teil einer Terrasse, den Sie nach dem Bau nie wieder sehen – und der am schwersten nachzubessern ist. Ein zu kleines Fundament kann sich setzen und einen Pfosten schief stellen. Ein Fundament oberhalb der Frostgrenze kann beim Gefrieren des Bodens angehoben werden und eine Ecke der Terrasse mitheben. Auch ebenerdige Terrassen leiden unter einem schlechten Unterbau: Sackt eine Gehwegplatte ab, hängt das Lagerholz darüber frei, und die Dielen beginnen zu federn.
Ebenerdig: Gehwegplatten auf Schotter
Für eine normale, ebenerdige Terrasse beschreibt die Fachbroschüre Praxiswissen Holz (hagebau) diesen Aufbau:
- einen wasserdurchlässigen, ausreichend verdichteten Untergrund, falls nötig neu ausgekoffert;
- optimal etwa 20 cm Schotter (Körnung 0/32) und darauf 4 bis 5 cm Splitt oder Brechsand, optional ein Wurzelvlies;
- Gehwegplatten oder ein anderes dauerhaft lastverteilendes Material als Auflager für die Unterkonstruktion – nie direkt auf Schotter oder Erdreich;
- dazwischen Unterleger, etwa Gummipads von mindestens 6 mm Stärke, damit Wasser ablaufen kann.
Die Zwischenräume der Unterkonstruktion dürfen nicht mit Splitt oder Schotter verfüllt werden; Belüftung und Entwässerung müssen erhalten bleiben. Der Gesamtverband Deutscher Holzhandel empfiehlt außerdem 1 bis 2 % Gefälle vom Gebäude weg und mindestens 60 mm Luft unter dem Terrassendeck (GD Holz, Anwendungsempfehlungen).
Bei diesem Aufbau gibt es keine Pfosten und keine Einzugsfläche im engeren Sinn – wichtig ist, dass jedes Lagerholz regelmäßig auf einer stabilen Platte liegt. Wie dicht die Auflager liegen müssen, hängt vom Querschnitt der Lagerhölzer ab. Systemhersteller geben das vor: Im Bauplan von megawood stehen die höhenverstellbaren Auflager bei Konstruktionsbalken 80 × 60 mm höchstens 1.000 mm, bei 40 × 60 mm höchstens 650 mm auseinander.
Schritt 1: die Einzugsfläche ermitteln
Bei einer Terrasse auf Pfosten ist die Einzugsfläche das Stück Terrassenoberfläche, dessen Gewicht letztlich auf einem Pfosten landet. Bei einer freistehenden Terrasse mit zwei Unterzügen, auf denen die Balken liegen, trägt jeder Pfosten:
- die halbe Balkenspannweite zwischen den Unterzügen plus einen eventuellen Überstand, mal
- den halben Abstand zum Pfosten auf jeder Seite.
Ein Beispiel mit einer freistehenden Terrasse von 4 × 3 m: zwei Unterzüge entlang der 4-m-Seiten, je 30 cm vom Rand eingerückt, Pfosten höchstens 1,5 m auseinander. Der Unterkonstruktions-Rechner setzt dafür 4 Pfosten pro Unterzug, also 8 Pfosten im Abstand von 1,33 m. Zwischen den Unterzügen liegen 2,4 m; jeder Unterzug trägt die Hälfte davon plus 30 cm Überstand, also 1,5 m Tiefe.
| Pfosten | Anteil Länge | Anteil Tiefe | Einzugsfläche |
|---|---|---|---|
| Mittlerer Pfosten | 0,67 m + 0,67 m = 1,33 m | 1,5 m | rund 2,0 m² |
| Eckpfosten | 0,67 m | 1,5 m | rund 1,0 m² |
Mittlere Pfosten tragen also etwa doppelt so viel wie Eckpfosten. Größere Pfostenabstände vergrößern die Einzugsfläche – und damit Fundament und Unterzugquerschnitt. Für Deutschland gibt es keine einfache Tabelle für Terrassenfundamente wie in den USA; die Bemessung folgt den Technischen Baubestimmungen und gehört bei aufgeständerten Terrassen in die Hand eines Tragwerksplaners.
Schritt 2: die Größe des Fundaments wählen
Als Faustregel nennt SAKRET eine Fundamentbreite vom 1,5- bis 2-Fachen der Breite des Pfostens. Für einen Pfosten von 9 × 9 cm sind das also mindestens etwa 14 bis 18 cm – in der Praxis werden oft runde Schalrohre mit 200 mm Durchmesser oder quadratische Fundamente mit 30 × 30 cm verwendet. Als Beton nennt SAKRET üblicherweise die Festigkeitsklasse C25/30, für höhere Lasten C30/37.
Boden und Last verändern das Ergebnis
Ein Fundament gibt die Last über seine Grundfläche an den Boden ab. Weicher, aufgefüllter oder lehmiger Boden trägt weniger als gewachsener Kies; ein Fundament, das auf festem Boden genügt, kann auf Auffüllung zu klein sein. In Hausnähe ist der Boden oft Verfüllmaterial aus der Bauzeit. Dort müssen Sie womöglich tiefer graben, bis Sie tragfähigen, ungestörten Boden erreichen. Handelt es sich um aufgeschütteten Boden, quellfähigen Ton oder irgendetwas Fragwürdiges, ziehen Sie einen Fachmann hinzu.
Schritt 3: die Tiefe festlegen
Frostfreie Gründung
Punktfundamente werden in Deutschland frostfrei gegründet. SAKRET nennt dafür eine Aushubtiefe von mindestens 80 cm; nur wo Frost keine Rolle spielt, reichen laut SAKRET mindestens 50 cm. Je nach Region, Höhenlage und Boden kann mehr nötig sein. Fragen Sie im Zweifel Ihr Bauamt oder einen Tragwerksplaner nach dem örtlich üblichen Wert, bevor Sie graben.
Zum Vergleich: In den USA legt jede Behörde ihre eigene Frosttiefe fest, und die dortigen Bauvorschriften verlangen zusätzlich mindestens 30 cm unter gewachsenem Boden. Das Prinzip ist dasselbe – die Sohle muss unter der Zone liegen, in der der Boden gefriert.
Gehwegplatten brauchen keine Frosttiefe – aber einen guten Unterbau
Ebenerdige Terrassen auf Gehwegplatten werden nicht frostfrei gegründet. Hier sorgt das wasserdurchlässige, verdichtete Schotterbett dafür, dass sich kein Wasser staut, das gefrieren und die Platten anheben könnte. megawood spricht im Bauplan von einem tragfähigen und frostsicheren Kies- oder Schotterbett mit 2 % Gefälle.
Schritt 4: den Beton schätzen
Sobald die Form des Fundaments feststeht, ist der Beton einfache Geometrie:
- Rund: Volumen = 3,1416 × (Durchmesser ÷ 2)² × Tiefe
- Quadratisch: Volumen = Seite × Seite × Tiefe
Mit Metern gerechnet erhalten Sie Kubikmeter; mal 1.000 ergibt Liter. Für Sackware gibt SAKRET bei Beton-Estrich etwa 2 kg Trockenmörtel pro Liter an (SAKRET Beton-Estrich) – ein 25-kg-Sack ergibt also rund 12,5 Liter, ein 40-kg-Sack rund 20 Liter. Prüfen Sie den Sack, den Sie kaufen – Mischungen unterscheiden sich.
Rechenbeispiel: acht Fundamente mit 80 cm Tiefe
Für die freistehende Terrasse 4 × 3 m mit 8 Pfosten:
Variante A: runde Schalrohre mit 200 mm Durchmesser. 3,1416 × 0,1² × 0,8 = 0,0251 m³, also gut 25 Liter pro Fundament. Acht Fundamente ergeben rund 201 Liter, mit 10 % Zuschlag rund 221 Liter – das sind 18 Säcke à 25 kg oder 12 Säcke à 40 kg.
Variante B: quadratisch 30 × 30 cm. 0,3 × 0,3 × 0,8 = 0,072 m³, also 72 Liter pro Fundament. Acht Fundamente ergeben 576 Liter, mit 10 % Zuschlag rund 634 Liter – 51 Säcke à 25 kg oder 32 Säcke à 40 kg.
Über eine ganze Terrasse summiert sich der Unterschied schnell. Ab etwa einem halben Kubikmeter kann eine Lieferung Transportbeton günstiger und schneller sein als Sackware. Welche Form und Größe nötig ist, hängt von Last und Boden ab – klären Sie das, bevor Sie Beton kaufen. Der Fundamentrechner erledigt diese Rechnung für Ihre Werte.
Den Pfosten anschließen
Das Fundament muss den Pfosten nicht nur nach unten abtragen, sondern auch seitlich halten. Üblich ist ein verzinkter Pfostenträger, der in den frischen Beton gesetzt wird. Er hält das Hirnholz des Pfostens vom Beton fern, sodass Wasser ablaufen und das Holz abtrocknen kann – ein wichtiger Teil des konstruktiven Holzschutzes. Pfosten direkt einzubetonieren ist bei Holz keine gute Idee: Am Übergang zum Beton staut sich Feuchtigkeit.
Holz in der Unterkonstruktion muss für seinen Einsatz geeignet sein. Nach DIN 68800 fallen Terrassenbeläge in der Regel in Gebrauchsklasse 3.2; bei Erdkontakt oder ständiger Feuchte gilt Gebrauchsklasse 4. Der Ratgeber zu kesseldruckimprägniertem Holz erklärt die Einstufungen. Bei aufgeständerten Terrassen dürfen WPC und modifizierte Hölzer nur mit allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung (abZ) oder europäischer technischer Bewertung (ETA) eingesetzt werden.
Praktische Tipps zum Graben
- Vor dem Graben Leitungen erkunden. Fragen Sie bei Ihren Versorgern bzw. der Gemeinde nach Leitungsplänen, bevor Sie Löcher in der Nähe von Hausanschlüssen, Gartenbeleuchtung oder Regenwasserleitungen ausheben.
- Mit Schnurgerüst und Schnur abstecken, nicht nach Augenmaß. Fundamente, die ein paar Zentimeter danebenliegen, bringen die Unterzüge durcheinander.
- Die Sohle eben und sauber halten. Lose Erde am Boden eines Lochs ist gestörter Boden.
- Höhen vorher festlegen. Die Oberkante der Fundamente bestimmt zusammen mit Pfostenträger, Pfosten und Unterzug die Höhe der fertigen Terrasse – und damit, ob Sie unter der 60-cm-Grenze für aufgeständerte Terrassen bleiben.
- Einen Erdbohrer mieten, wenn es mehr als ein paar Löcher sind – und mit Steinen und Wurzeln rechnen.
Fundamente machen meist nur einen bescheidenen Anteil an den Gesamtkosten einer Terrasse aus, kosten aber viel Arbeit. Die Kostenaufschlüsselung für Terrassen zeigt, wie sie ins Gesamtbudget passen.
Häufig gestellte Fragen
Wie tief müssen Fundamente für eine Terrasse sein?
Punktfundamente werden frostfrei gegründet; als Richtwert gelten in Deutschland mindestens 80 cm. In rauen Lagen oder bei ungünstigem Boden kann mehr nötig sein – fragen Sie Ihr Bauamt oder einen Tragwerksplaner. Ebenerdige Terrassen auf Gehwegplatten brauchen keine frostfreie Gründung, aber einen verdichteten, wasserdurchlässigen Schotterunterbau.
Wie groß muss das Fundament für einen Terrassenpfosten sein?
Das hängt von der Einzugsfläche des Pfostens, der Last und dem Boden ab. Als Faustregel nennt SAKRET eine Fundamentbreite vom 1,5- bis 2-Fachen der Pfostenbreite; üblich sind runde Schalrohre mit 200 mm Durchmesser oder quadratische Fundamente mit 30 × 30 cm. Bei aufgeständerten Terrassen ab etwa 60 cm Höhe gehört die Bemessung in die Hand eines Fachplaners.
Wie viele Säcke Beton braucht ein Terrassenfundament?
Berechnen Sie das Fundamentvolumen in Litern und teilen Sie es durch die Ergiebigkeit pro Sack. Ein rundes Fundament mit 200 mm Durchmesser und 80 cm Tiefe fasst gut 25 Liter, also rund 3 Säcke à 25 kg bei etwa 12,5 Litern pro Sack. Ein quadratisches Fundament mit 30 × 30 cm und gleicher Tiefe braucht 72 Liter, also 6 Säcke.
Kann ich Gehwegplatten statt Betonfundamenten verwenden?
Bei ebenerdigen Terrassen ja – das ist sogar der übliche Aufbau. Die Platten liegen auf einem verdichteten Schotterbett, die Lagerhölzer darauf mit Unterlegern, nie direkt auf Erde oder Schotter. Für aufgeständerte Terrassen auf Pfosten reichen Gehwegplatten nicht; dort braucht es frostfrei gegründete Fundamente nach statischer Planung.