Um eine Terrassentreppe zu bauen, messen Sie die Gesamthöhe von der Terrassenoberfläche bis zur Fläche, auf der die unterste Stufe steht, teilen sie in gleich hohe Steigungen von höchstens 20 cm und geben jeder Stufe mindestens 23 cm Auftritt – so die Grenzwerte der DIN 18065 für Wohngebäude. Bequem wird die Treppe, wenn außerdem die Schrittmaßregel stimmt: 2 × Steigung + Auftritt = 59 bis 65 cm. Dann schneiden Sie die Treppenwangen zu, setzen sie im passenden Abstand für Ihre Trittstufen und stellen sie unten auf ein Auflager, das sich nicht setzt. Die Rechnung ist einfach. Ärger machen meist Kleinigkeiten: ungleiche Steigungen, eine zu hohe oder zu niedrige unterste Stufe oder zu weit auseinanderliegende Wangen bei WPC-Stufen.
Dieser Ratgeber geht die Planung so durch, wie man sie auf der Baustelle macht. Die Zahlen stammen aus der DIN 18065 (Gebäudetreppen) und den Landesbauordnungen. Für Außentreppen an Einfamilienhäusern ist die Norm der übliche Maßstab; was im Einzelfall verbindlich ist, regeln die Bauordnung Ihres Landes und gegebenenfalls Ihr Bauamt.
Die Grenzwerte, die die Treppenplanung bestimmen
Für Wohngebäude mit nicht mehr als zwei Wohnungen nennt die DIN 18065 diese Werte (zusammengefasst bei Baunetz Wissen und nullbarriere.de):
| Bauteil | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Steigung | 14 bis 20 cm | DIN 18065, Baunetz Wissen |
| Auftritt | 23 bis 37 cm | DIN 18065, Baunetz Wissen |
| Schrittmaß | 2 × Steigung + Auftritt = 59 bis 65 cm | Baunetz Wissen: Steigungsverhältnis |
| Maßtoleranz | ±5 mm bei Steigung und Auftritt | Baunetz Wissen: Steigungsverhältnis |
| Nutzbare Laufbreite | mindestens 80 cm (baurechtlich notwendige Treppe) | Baunetz Wissen |
| Unterschneidung | mindestens 30 mm bei offenen Treppen mit Auftritt bis 26 cm | Baunetz Wissen |
| Handlauf | 80 bis 115 cm über Stufenvorderkante | nullbarriere.de |
Als Treppenlauf gilt nach DIN 18065 bereits eine Folge von mindestens drei Steigungen. Die Bauordnungen verlangen für Treppen einen festen, griffsicheren Handlauf – in Nordrhein-Westfalen etwa § 34 Abs. 6 BauO NRW.
Die Toleranz von ±5 mm ist die Regel, an der viele scheitern. Sie gilt auch für die unterste Stufe. Wird die Aufstandsfläche ein paar Zentimeter höher oder tiefer als geplant, fällt die unterste Steigung aus der Reihe – und genau dort stolpert man.
Zum Vergleich: US-Ratgeber nennen höchstens 7-3/4 Zoll (rund 197 mm) Steigung und mindestens 10 Zoll (254 mm) Auftritt. Der Treppenrechner prüft auf den deutschen Seiten die DIN-Werte: Steigung höchstens 200 mm, Auftritt mindestens 230 mm.
Schritt 1: Die Gesamthöhe richtig messen
Die Gesamthöhe ist der senkrechte Abstand von der Oberkante der fertigen Terrassendielen bis zur Oberkante der fertigen Fläche, auf der die unterste Stufe aufsetzt. Sie ist nicht die Höhe der Terrasse an der Hauswand: Im Garten fällt das Gelände oft um mehrere Zentimeter ab.
So messen Sie zuverlässig:
- Legen Sie eine gerade Latte auf die Terrasse, sodass sie über den Punkt hinausragt, an dem die unterste Stufe aufsetzt. Kleine Terrassentreppen springen meist 0,6 bis 1,2 m vor.
- Richten Sie die Latte mit der Wasserwaage aus und messen Sie senkrecht nach unten.
- Wenn unten Pflaster, Platten oder ein Fundament hinkommen, messen Sie bis zur fertigen Oberkante dieser Fläche, nicht bis zur Erde.
Die Lauflänge hängt von der Höhe ab, und die Höhe davon, wo die Treppe endet. Unter Umständen müssen Sie also schätzen, messen und nachjustieren.
Schritt 2: Steigungen und Auftritte berechnen
Teilen Sie die Gesamthöhe durch die höchste zulässige oder gewünschte Steigung und runden Sie auf. Das ergibt die Zahl der Steigungen. Teilen Sie dann die Gesamthöhe durch diese Zahl, um die tatsächliche Steigung zu erhalten.
Rechenbeispiel, 70 cm Gesamthöhe:
- 700 mm ÷ 200 mm = 3,5, also aufrunden auf 4 Steigungen.
- 700 mm ÷ 4 = 175 mm pro Steigung.
- Es gibt immer einen Auftritt weniger als Steigungen, denn die Terrassenoberfläche bildet die oberste Stufe. 4 Steigungen bedeuten also 3 Auftritte.
- Bei Trittstufen aus zwei Dielen 145 mm mit 6 mm Fuge ist der Auftritt 296 mm. Lauflänge = 3 × 296 = 888 mm.
- Schrittmaß: 2 × 175 + 296 = 646 mm – im Bereich von 590 bis 650 mm.
Würden Sie eine fünfte Steigung einbauen (700 ÷ 5 = 140 mm), wäre das Schrittmaß mit demselben Auftritt nur 2 × 140 + 296 = 576 mm – zu kurz für einen natürlichen Schritt. Flachere Stufen brauchen also auch tiefere Auftritte und damit mehr Platz im Garten. Im Freien werden flachere Stufen mit tieferem Auftritt oft als angenehmer empfunden; Baunetz Wissen nennt als besonders bequemes Verhältnis 170 mm Steigung zu 290 mm Auftritt.
Vier Steigungen sind nach DIN 18065 ein Treppenlauf, also brauchen Sie einen Handlauf. Planen Sie ihn gleich mit ein. Der Ratgeber zu Geländerhöhe und Stababstand behandelt Handlauf und Absturzsicherung.
Der Treppenrechner übernimmt diese Rechnung und warnt, wenn eine Steigung über 200 mm oder ein Auftritt unter 230 mm liegt.
Schritt 3: Dielen für die Trittstufen wählen und den Auftritt bemessen
Für Terrassentreppen verwendet man meist dieselben Dielen wie für die Fläche. Zwei Dielen 145 mm mit 6 mm Fuge ergeben 296 mm Auftritt – gut im Bereich von 23 bis 37 cm. Deshalb sind zwei Dielen pro Stufe der Standard. Bei offenen Treppen mit einem Auftritt bis 26 cm verlangt die Norm eine Unterschneidung von mindestens 30 mm; mit 296 mm liegen Sie darüber.
Ein paar Hinweise zum Material:
- Holzstufen. Für die Terrassenfläche nennt Praxiswissen Holz (hagebau) bei 25 mm starken Dielen höchstens 50 cm Achsabstand der Unterkonstruktion. Trittstufen werden stärker und punktueller belastet; viele legen die Wangen deshalb enger, etwa auf 40 cm. Schrauben Sie jede Stufendiele mit zwei Edelstahlschrauben pro Wange fest, bei Hartholz vorgebohrt.
- WPC-Stufen. WPC ist weniger biegefest als Holz. Hersteller geben für Stufen meist einen eigenen, engeren Abstand an als für die Fläche. Verwenden Sie immer die Anleitung genau des Produkts, das Sie kaufen.
- Fugen und Kanten. Auch auf der Treppe muss Wasser ablaufen können – halten Sie die Fuge der Fläche ein, schneiden Sie die Dielen rechtwinklig ab und brechen Sie die Kanten mit einer Fase.
Denken Sie beim Zählen der Dielen an die Treppe. Der Terrassendielen Rechner kann die Trittstufen zu Ihrer Hauptbestellung hinzufügen – so kaufen Sie alles aus einer Lieferung, und die Farbe passt.
Schritt 4: Treppenwangen zuschneiden und verteilen
Die Wangen tragen die Treppe. Zwei Bauarten sind bei Terrassen üblich:
- Aufgesattelte (ausgeklinkte) Wangen. In die Oberkante eines Konstruktionsholzes wird das Stufenprofil geschnitten; die Trittstufen liegen oben auf. Durch die Ausklinkungen verliert das Holz Querschnitt – es muss also genügend volles Holz unter den Ausklinkungen stehen bleiben.
- Eingestemmte oder volle Wangen. Das Holz bleibt ungeschnitten, die Stufen liegen auf Leisten, Stufenwinkeln oder in Nuten zwischen zwei Wangen. Daneben gibt es fertige Treppenwangen aus Stahl oder Aluminium.
Querschnitte und Spannweiten für Holzwangen gibt es in Deutschland nicht als einfache Tabelle für Heimwerker. Bei kleinen Treppen bis etwa vier Stufen orientieren sich viele an fertigen Bausätzen oder Systemwangen und deren Herstellerangaben. Bei längeren oder höheren Treppen lassen Sie Wangen und Anschlüsse von einer Zimmerei oder einem Tragwerksplaner bemessen.
Wie viele Wangen Sie brauchen
Teilen Sie die Treppenbreite durch den gewählten Wangenabstand, runden Sie auf und zählen Sie eins dazu:
| Treppenbreite | 50 cm Achsabstand | 40 cm Achsabstand | 30 cm Achsabstand |
|---|---|---|---|
| 80 cm | 3 | 3 | 4 |
| 100 cm | 3 | 4 | 5 |
| 120 cm | 4 | 4 | 5 |
Eine Treppe mit 80 cm Breite entspricht der Mindestlaufbreite für baurechtlich notwendige Treppen; für eine Gartentreppe, auf der zwei Personen aneinander vorbeigehen sollen, sind 100 bis 120 cm angenehmer.
Eine aufgesattelte Wange anreißen
Stellen Sie einen Zimmermannswinkel mit Treppenanschlägen auf Steigung und Auftritt ein – im Beispiel 175 mm und 296 mm. Reißen Sie jede Stufe entlang der Oberkante an und nehmen Sie dann zwei Korrekturen vor:
- Unten kürzen. Kürzen Sie die Wange unten um die Stärke einer Stufendiele, im Beispiel 27 mm. Sonst wird die erste Stufe um genau dieses Maß höher als die anderen. Das ist der häufigste Fehler beim Anreißen.
- Den oberen Anschluss berücksichtigen. Entscheiden Sie, ob die Wange am Randholz der Terrasse anschließt und die Terrasse selbst die oberste Stufe bildet. Reißen Sie den oberen Schnitt entsprechend an.
Bei 700 mm Höhe und 888 mm Lauflänge ist die Wange etwa 1,38 m lang, wenn man wie der Treppenrechner einen Auftritt für das untere Auflager dazurechnet. Mit Zugabe für den oberen und unteren Schnitt reicht ein Holz von 2 m locker. Schneiden Sie eine Wange zu, probieren Sie sie an und verwenden Sie sie als Schablone für die übrigen. Bei 1 m Treppenbreite und 40 cm Wangenabstand brauchen Sie 4 Wangen und 6 Trittstufendielen à 1 m.
Schritt 5: Oben befestigen, unten auflagern
Oben werden die Wangen mit verzinkten oder Edelstahl-Winkeln oder Balkenschuhen an einem tragfähigen Teil der Unterkonstruktion befestigt – nicht nur an einer Stirnblende oder an einer einzelnen Diele. Für tragende Verbindungen nennt Praxiswissen Holz Verbindungsmittel nach DIN EN 1995-1 oder mit allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung (abZ) bzw. ETA.
Unten brauchen die Wangen ein festes Auflager, das sich weder setzt noch durch Frost hebt:
- Holz darf nicht direkt auf der Erde stehen. Wie bei der Unterkonstruktion gilt: auf einem dauerhaft lastverteilenden Auflager wie einer Gehwegplatte oder einem Betonfundament, mit einem Unterleger, damit Wasser ablaufen kann.
- Bei ebenerdigen Terrassen genügt oft eine Platte auf demselben verdichteten Schotterunterbau wie die Terrasse. Ruhen Wangen oder Treppenpfosten auf Punktfundamenten, werden diese frostfrei gegründet – als Richtwert gelten mindestens 80 cm Tiefe.
- Wangen nahe am Boden sind feucht beansprucht. Nach DIN 68800 fällt Holz mit Erdkontakt oder ständiger Feuchte in Gebrauchsklasse 4. Der Ratgeber zu kesseldruckimprägniertem Holz erklärt die Einstufung.
Wie tief Fundamente reichen müssen, steht im Ratgeber zu Fundamenten und Frosttiefe.
Absturzsicherung, Handläufe und Beleuchtung
Treppen sind Gehflächen, also gelten auch für sie die Regeln zur Absturzsicherung. Nach § 38 BauO NRW sind unter anderem die freien Seiten von Treppenläufen zu umwehren; Treppengeländer in Wohngebäuden sind nach DIN 18065 mindestens 90 cm hoch. Der Handlauf sitzt 80 bis 115 cm über der Stufenvorderkante, ist 2,5 bis 6 cm greifbar und hat mindestens 5 cm Abstand zu Wand oder Pfosten. Für Öffnungen im Geländer gilt wie an der Terrasse: höchstens 12 cm lichter Abstand.
Gute Beleuchtung macht eine Gartentreppe sicherer. Viele bauen Stufenleuchten ein oder setzen eine Leuchte mit Bewegungsmelder so, dass jede Stufe ausgeleuchtet ist.
Klären Sie vor dem Zuschnitt, was in Ihrem Bundesland gilt. Das Baurecht ist Ländersache, und Bauämter legen Details unterschiedlich aus. Dieser Ratgeber erklärt die übliche Praxis und ist keine statische Beratung.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Stufen brauche ich für eine 70 cm hohe Terrasse?
Bei höchstens 20 cm Steigung braucht eine Höhe von 70 cm vier Steigungen à 17,5 cm und drei Auftritte. Mit Trittstufen aus zwei 145-mm-Dielen (296 mm Auftritt) ergibt das 888 mm Lauflänge und ein Schrittmaß von 64,6 cm. Fünf Steigungen à 14 cm wären mit demselben Auftritt zu kurz im Schritt; dafür bräuchten Sie tiefere Stufen.
Darf eine Terrassentreppe direkt auf Rasen oder Kies stehen?
Das untere Ende der Wangen braucht ein stabiles Auflager, das sich weder setzt noch durch Frost hebt, und Holz sollte nie direkt auf Erde oder Schotter liegen. Üblich ist eine Gehwegplatte oder ein Fundament auf verdichtetem Unterbau; Punktfundamente werden frostfrei gegründet. Eine Fläche aus Pflaster oder Splitt vor der Treppe dient dann als Gehfläche.
Welcher Wangenabstand bei WPC-Trittstufen?
Ein engerer als bei Holz. WPC-Hersteller geben für Stufen meist einen eigenen Achsabstand an, der unter dem der Terrassenfläche liegt. Verwenden Sie die Anleitung Ihres genauen Produkts, denn die Werte unterscheiden sich auch zwischen Serien derselben Marke.
Brauche ich bei einer Terrassentreppe mit drei Stufen einen Handlauf?
Sehr wahrscheinlich. Nach DIN 18065 ist ein Treppenlauf schon eine Folge von drei Steigungen, und die Landesbauordnungen verlangen für Treppen einen Handlauf. Zählen Sie Steigungen, nicht Trittstufen: Drei Trittstufen bedeuten meist vier Steigungen. Fragen Sie im Zweifel Ihr Bauamt, welche Regel bei Ihnen gilt.